Systemrelevant aber unsichtbar

Systemrelevant aber unsichtbar

Es gibt Berufe, ohne die die Gesellschaft nicht funktionieren würde. Wer sind die Pflegerinnen und Pfleger, die den Alltag am Laufen halten, die Wohnungen sauber halten, für Essen sorgen und es uns anderen ermöglichen, auch während einer Pandemie komfortabel zu leben und zu arbeiten?

In der Schweiz mangelt es grundsätzlich an gesellschaftlicher Anerkennung für diese Frontleute. Früher waren viele von ihnen weitgehend unsichtbar. Das hat sich geändert. Die Gesellschaft ist sich heute des Wertes ihrer Arbeit bewusst. Aber was hat sich wirklich geändert? Und wie fühlen sich diese hart arbeitenden Menschen angesichts der Aufmerksamkeit, die ihnen plötzlich zuteil wird? Warum bleiben sie in ihrem Beruf und was würden sie ändern?
Der Film lässt diejenigen zu Wort kommen, die normalerweise stumm und unsichtbar bleiben: eine alleinerziehende Mutter, eine junge Krankenschwester, eine Verkaufsleiterin und Mutter von drei Kindern, eine politisch aktive Kinderbetreuerin und ein portugiesischer Einwanderer, der als Restaurantleiter arbeitet. Auf eine sehr feine und leise Art und Weise werden harte Realitäten angesprochen und die großen Themen dieser Vorreiter werden nah und deutlich.

Solothurner Filmtage

Mitgefühl – It Is Not Over Yet

Mitgefühl – It Is Not Over Yet

In dem kleinen Altenheim Dagmarsminde interessiert sich die Gründerin und Altenpflegerin May Bjerre Eiby weder für spezifische Demenzdiagnosen noch für klassische Medizin, da beides die Lebensqualität der elf Bewohner:innen nicht verbessert. Stattdessen haben May und ihre Mitarbeiter:innen eine neue Art der Behandlung entwickelt, die sich an den Methoden orientiert, die Florence Nightingale vor 150 Jahren eingeführt hat. Ziel ist es, einen grundlegenden Wandel in der Betreuung von Menschen mit Demenz im Gesundheitssystem anzuregen – weg von der Medizin, hin zur Pflege.

Je Suis Noires

Je Suis Noires

In der Schweiz, einem Land der Neutralität, werden neue, ungewohnte Stimmen laut. Stimmen von Frauen, die für die Anerkennung des strukturellen Rassismus kämpfen, Stereotypen dekonstruieren und sich zu ihrer doppelten Identität als Schweizerin und Schwarze bekennen. In diesem Kontext beginnt Rachel M’Bon ihre eigene Identitätssuche. Auf ihrem Weg zur Befreiung hinterfragt sie ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und hält ihrem Land und ihren Altersgenoss:innen einen Spiegel vor.

Die Kraft und Entschlossenheit, mit der sich Rachel M’Bon ihrer Vergangenheit stellt, machen die Stärke dieses Films aus, der einen wichtigen Schritt zur Öffnung eines allzu lange unterdrückten Diskurses darstellt. Zusammen mit der Filmemacherin Juliana Fanjul befragt die schweizerisch-kongolesische Journalistin ihr Land und portraitiert dabei sechs Protagonistinnen. Jede von ihnen erzählt eine Geschichte, die ihren ganz persönlichen Weg zur Befreiung widerspiegelt.

Wir zeigen den Film in Kombination mit dem Kurzfilm ETHEREALITY von Kantarama Gahigiri
30 Jahre lang im Weltraum gestrandet. Wie fühlt es sich an, endlich nach Hause zu kommen? Eine Reflexion über Migration und das Gefühl der Zugehörigkeit.

Kantarama Gahigiri ist eine ruandisch-schweizerische Filmemacherin. 2004 gewann sie den prestige-trächtigen Fullbright Award und zog nach New York, wo sie ihren Master in Film abschloss. Ihr erster Spielfilm TAPIS ROUGE wurde weltweit gezeigt und ausgezeichnet.

Promotionspartner:innen
Voie F | Gender Campus | #cine

Indes Galantes

Indes Galantes

Kann eine neue Generation von Künstler:innen heute die Bastille erobern? Zum allerersten Mal erfinden 30 Tänzer:innen gemeinsam Rameaus barockes Meisterwerk «Les Indes Galantes» neu. Keine:r von ihnen hat eine klassische Ausbildung, alle sind sie Meister:innen des Krump, Break, Popping und Voguing. Es ist eine Premiere für den Regisseur Clément Cogitore und für die Choreographin Bintou Dembélé. Und es ist eine Premiere für die Pariser Oper selber, indem sie urbanen Tanz und lyrischen Gesang miteinander in einen lebendigen, farbigen Dialog treten lässt. Von den Proben bis zur Premiere verfolgen wir das tänzerische Abenteuer und seine Herausforderungen.

INDES GALANTES ist ein vibrierender Film, künstlerisch, menschlich und politisch packend. Der Film erzählt die kollektive Dimension dieses inspirierenden Projekts, während die Kamera den einzelnen Protagonist:innen Raum lässt, ihre Gefühle auszudrücken und zeigt, wie sie sich mit Leib und Seele für dieses Werk einsetzen. In INDES GALANTES können wir sehen, wie sie die Barrieren zwischen diesen unterschiedlichen Welten überwinden. Und wir lernen durch sie, wie wir uns alle gegenseitig bewundern können.

Promotionspartner:innen
AFJD | Aisance | Allegro Musique | Association Action Danse | B Dance School | Badener Tanzcentrum | Bounce Urban | CEDAM | Centre Rythme Danse | cfp arts | Conservatoire de Musique Montreux-Vevey-Riviera | Conservatoire des régions | Conservatoire Populaire | Dance it | danse jura | DanceOn | dap Tanz- und Bewegungszentrum | Ecole de Danse Classique de Genève | Ecole de danse Lar Lev | Ecole de Musique Nyon | Ecole de musique vaudoise en réseau | Evydanse | FaNa Space | FARIntercultura | Geneva Dance Center | HEMU | In2dance | Jazz Dance Academy Montreux | Kineo Dance School | La Syncope | Le duplex danse | Move | Musikakademie Basel | One Two | Paname Academy | ParMi | Pole-Emotion | Severine Dance Academy | Studio1.dance | Studio Musicale | TanzArt Chur | Tanzbüro Basel | Tanzerei | Tanzfabrik | Tanzstudio aha! | Tanzwerk101 | Tanz-Zentrum St Gallen | Theater Chur | Théâtre du Galpon

Les nouvelles Èves – Heldinnen des Alltags

Les nouvelles Èves – Heldinnen des Alltags

2021: Die Schweiz feiert 50 Jahre Frauenstimmrecht. Wie sieht die Alltagsrealität der Frauen in der Schweiz heute aus? Ein Kollektiv aus preisgekrönten Regisseurinnen, Produzentinnen und Kamerafrauen widmen sich dieser Frage, indem sie sechs Protagonistinnen in ihrem Alltag begleiten.

Die pensionierte Valeria Kepner in Lugano (64) haushaltet mit ihrer knappen Pension und verliebt sich neu. Die Baslerin Naima Cuica (44), ursprünglich aus Venezuela, kämpft sich von der Kantinenmitarbeiterin zur Pflegefachfrau hoch. Sophie Swaton (42), Professorin in Lausanne, jongliert ihre Karriere und die Erziehung ihrer drei Kinder. Die Opernsängerin Sela Bieri in Zürich wird in ihrer Berufswelt mit stereotypen Genderrollen konfrontiert, während ihr Partner zu Hause den Haushalt der 4-köpfigen Familie führt. Delphine Rozmuski (18), Studentin in Genf, spürt ihrer Geschlechtsidentität nach und Cosima Scheck (9) aus Bolligen begegnen in ihrem kindlichen Alltag stereotype Bilder, die sie hinterfragt. Wir sehen ihre Kämpfe, ihre Träume und erleben wie die Portraitierten, die sich aktiv gegen Rollenzuschreibungen wehren, über Hindernisse stolpern und trotzdem immer wieder aufstehen.

Getragen vom Echo des Frauenstreiks 2019, sind sie LES NOUVELLES ÈVES, die Heldinnen des Alltags, welche die immer noch aktuellen Geschlechterungleichheiten in der Schweiz herausfordern.

Promotionspartner:innen:
Association La Red | alliance f | Fembit | Womenmatters | SWAN | Tea Room | Katholischer Frauenbund Basel | Frauenstadtrundgang Zürich | Frauenstadtrundgang Luzern | Feministischer Salon Basel | Feministisch Fakultät Zürich | ETH Zürich Diversity | Eidg. Büro für Gleichstellung | CVP Frauen Basel-Stadt | Caritas Zürich | Women Lawyers Switzerland | FAFTPlus Ticino

Ein grosses Dankeschön an:
migros kulturprozent
migros magazin

My Sunny Maad

My Sunny Maad

Als sich Herra, eine junge Tschechin, in Nazir, einen Afghanen, verliebt, hat sie keine Ahnung, was für ein Leben sie im Post-Taliban-Afghanistan im Jahr 2011 erwartet. In der Familie, in die sie sich integriert, gibt es den liberalen Grossvater, den hochintelligenten Adoptivsohn Maad und die Schwägerin Freshta, die alles tun würde, um dem gewalttätigen Griff ihres Mannes zu entkommen.

MY SUNNY MAAD trifft mitten ins Herz. Mit Feingefühl und Humor erleben wir, wie sich ein Familiengefüge neu sortiert. Es ist ein starker, menschlicher Film, der durch die aktuellen Ereignisse in Afghanistan leider täglich an Bedeutung gewinnt. Die gelungene Kombination aus ästhetischer Animation und einer mitreissenden Geschichte begeistert nicht nur Animationsfans. So hat MY SUNNY MAAD bereits zahlreiche Jurypreise abgeräumt, unter anderem in Annecy, und wurde für einen Golden Globe nominiert.

Pressestimmen
«Dieser schonungslos ergreifende Film verdient grosse Aufmerksamkeit. Mit einer Mischung aus gedämpftem magischem Realismus und ungefilterten, harten Wahrheiten thematisiert Pavlátová die verletzliche Position von Frauen in einer streng patriarchalischen Gesellschaft.»
Carlos Aguilar, New York Times

«Die aktuellen Ereignisse in Afghanistan sollten den Wunsch wecken, diesen starken, humanistischen Film zu sehen, der in Annecy mit dem Jurypreis ausgezeichnet wurde.»
Alissa Simon, Variety

«Mit seinen grossen, traurigen Augen und seinem übergrossen Schädel ist Maad ein wenig anders als die anderen Kinder. Er verkörpert die Menschlichkeit, Toleranz, Liebe und Hoffnung, die im Mittelpunkt dieser bezaubernden und sensibel umgesetzten Geschichte stehen.»
Wendy Ide, Screendaily

«Eine scharfe, eindringliche Beobachtung einer Frau, die ihre Vorstellung von einer Beziehung ändern muss, während sie gleichzeitig die Entscheidungsfreiheit aller anderen ermutigt.»
Vassilis Kroustallis, Zippy Frames

Promotionspartner:innen
HSLU Design & Kunst | FIFDH | AsyLex | Brava (ehem. Terre des femmes) | Amnesty International Ticino | Seebrücke Schweiz | CzechIN Zürich | Český Klub Zürich | Botschaft der Tschechischen Republik in Bern

Miraggio

Miraggio

Mali – Algerien – Libyen – Italien. Zehn Jahre dauerte Issas Flucht von Westafrika auf das europäische Festland. Doch nach seiner Ankunft in Rom wartet einzig ein Leben in Obdachlosigkeit auf den jungen Mann. Ein ähnliches Schicksal teilen Drissa und Sekou, die in italienischen Asylzentren auf eine Aufenthaltsbewilligung warten. Oder Bubu, der sich von Job zu Job hangelt und unfreiwillig weiterwandern muss. Und da ist Alassane, der in einem Flüchtlingscamp nahe Rom ohne Dokumente in völliger Ungewissheit lebt. Sie alle finden sich nach einer zermürbenden Odyssee desillusioniert in einem Vakuum des Wartens wieder. MIRAGGIO hält ihr Dasein in der Schwebe fest. Ein so emotionaler wie dringlicher Kommentar zur Situation von geflüchteten Menschen in Europa.

Promotionspartner:innen
Aletheia Refugee Camp Support | Amnesty International Lokalgruppe Thurgau | Casa Astra | Frei Platz Aktion Zürich | Solinetz Luzern | SOS Ticino | Volontariato Ticino | youngCaritas

Die Pazifistin – Gertrud Woker: Eine vergessene Heldin

Die Pazifistin – Gertrud Woker: Eine vergessene Heldin

Zu Unrecht aus dem historischen Gedächtnis gestrichen: Gertrud Woker setzte sich als eine der ersten Professorinnen Europas beharrlich für Frauenrechte und Frieden ein. Geschlechterdiskriminierung und Kriegstreibereien zum Trotz forderte sie Konventionen ihrer Epoche heraus und wurde zu einer Inspiration selbstbestimmter Frauen, dazumal wie heute.

«Gleicher Lohn für gleiche Arbeit», bereits 1917 forderte Gertrud Woker die Gleichberechtigung der Frauen. Sie war Pionierin der Friedens- und Frauenbewegung und eine der ersten Professorinnen Europas. Durch ihre Forschung und Kritik am Einsatz von Giftgasen geriet die Naturwissenschaftlerin bald in Konflikt mit der militaristisch motivierten Elite. Dennoch kämpfte sie unaufhaltsam bis ins hohe Alter für Frieden und Gerechtigkeit sowie gegen den Missbrauch der Wissenschaft. Als geisteskrank verleumdet, verbrachte die Pazifistin die letzten Jahre ihres Lebens schliesslich in einer psychiatrischen Klinik. So verschwand sie zu Unrecht, aber vielleicht nicht zufällig, aus dem historischen Gedächtnis.

Der animierte Dokumentarfilm DIE PAZIFISTIN erzählt collagenhaft das Leben und ihre Errungenschaft dieser faszinierenden Frau. Durch Tagebucheinträge, wissenschaftliche Berichte und Gedichte von Gertrud Woker selbst, berührt der Film durch Nahbarkeit und Ehrlichkeit. DIE PAZIFISTIN ist gleichermassen biografisch wie auch eine Dokumentation des damaligen Zeitgeschehens und beleuchtet dieses aus der Perspektive einer mutigen Frau, die zu Lebzeiten nicht zum Schweigen gebracht werden konnte.

Pressestimmen
«Ob es ihr konsequenter, lebenslanger Auftritt gegen chemische, biologische und nukleare Waffen war, der mich so tief beeindruckte?» Esther Straub, Neue Wege

«Gertrud Woker kämpfte dagegen, dass die Natur zu Bösem missbraucht wurde.» Franziska Rogger im Interview mit Flavia von Gunten, Berner Zeitung

Offizielle Promotionspartner*innen
alliance F
Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz
BPW Business and Professional Women Switzerland
Christlicher Friedensdienst cdd
Fembit
Frauenplatz Biel
Frauenstadtrundgang Winterthur
Gosteli Stiftung
Horizonte – Das Schweizer Forschungsmagazin
KFB Katholischer Frauenbund Basel-Stadt
Neue Wege
Reformierte Gesamtkirchgemeinde Biel
Schweizerischer Verband für Frauenrechte
Stiftung für Erforschung der Frauenarbeit
SVA Schweizerischer Verband der Akademikerinnen
Thurgauer Frauenarchiv
Universität Bern
WILPF Women’s International League for Peace and Freedom International
WILPF Women’s International League for Peace and Freedom Schweiz
womenmatter/s
Zonta

DE LA CUISINE AU PARLEMENT – EDITION 2021

DE LA CUISINE AU PARLEMENT – EDITION 2021

Der Weg VON DER KÜCHE INS PARLAMENT war für die Schweizer Frauen steinig und lang – vier Generationen mussten dafür kämpfen, dass das männliche Stimmvolk den Frauen das Recht auf politische Mitbestimmung gewährte. Mit Feingefühl und Humor zeichnet Stéphane Goëls Dokumentarfilm DE LA CUISINE AU PARLEMENT – EDITION 2021 diesen Weg nach.

Politikerinnen, Aktivistinnen und Expertinnen wie Elisabeth Kopp, Ruth Dreifuss, Tamara Funiciello, Marina Carobbio, Amélie Christinat, Marthe Gosteli, Gabrielle Nanchen, Patricia Schulz, Brigitte Studer und Simone Chapuis-Bischof beschreiben ihren Kampf für die egalitäre Sache. Im reichen Archivmaterial, in dem auch gewöhnliche Bürger*innen zu Wort kommen, spiegelt sich der Mentalitätswandel während eines Jahrhunderts.

Der Jubiläums-Kinofilm im Namen der Gleichberechtigung – ein vergnügter und tiefer Einblick im Kampf ums Frauenstimmrecht.

Offizielle Promotionspartner*innen
nateil14giugno | Associazione Cultura Popolare | FAFTplus | Coordinamento donne della sinistra | Commissione consultiva per le pari opportunità | Amnesty International Switzerland | GISO Ticino | Brava NGO | Gosteli Stiftung | CH2021 | Humanrights | Frauenstadtrundgang Basel, Winterthur, Luzern und Zürich | Grünliberale Frauen Schweiz, Grüne Stadt Zürich und Grüne Basel Stadt | Bernisches Historisches Museum, “Unerhört” 50 Jahre Frauenstimmrecht Schaffhausen, Haus der Museen Olten und Historisches Museum Luzern | 50 Jahre Frauenstimmrecht Basel, Frauenstreik Zürich, Frauenstimmrecht Zug, Frauenstreik Solothurn, Frauen Aargau | Fembit, Schweiz. Bäuerinnen- und Landfrauenverband und Evangelische Frauen Schweiz

Der Ast, auf dem ich sitze

Der Ast, auf dem ich sitze

Eine Steueroase in der Schweiz, ein halbherziger Kampf gegen Steuersünder in Deutschland, ein ehemals wohlhabendes afrikanisches Land, das durch Weltmarktpreise von Rohstoffen in den Abgrund geführt wurde: Was auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun hat, steht für ein globales Wirtschaftssystem, das unser aller Leben bestimmt – und die Filmemacherin ist mitten drin.